Alles wie immer?

In dem bekannten Sketch „Dinner for One“ aus den 1960er-Jahren wird die alles entscheidende Feststellung getroffen: „The same procedure as every year!“ – alles wie gehabt! Der alternde Butler James bedient Miss Sophie so, als ob nichts geschehen wäre. Zu Silvester bei vielen Menschen Pflichtprogramm im TV. Man amüsiert sich über die skurrile Situation. Jedes Jahr dasselbe. Viele Zuschauer können die Texte auswendig, wissen genau was kommt … weil, es war ja immer so. Alles wie immer!

Mehrere gefüllte Sektgläuser stehen vor- und nebeneinander. Eine Person schenkt offenbar gerade mit der Flasche ein.

Mit 1. September 2026 wurde ich der Pfarrgemeinde in Lainz als neuer Administrator zugewiesen. Manche Beobachterin meint, ich sei der 7. Administrator – und manch anderer meint, dass es (wieder) „wie immer“ sein wird!

Zum Teil stimmt das.

Grundsätzlich sorgt der Administrator dafür, dass bei den Gottesdiensten, Taufen, Beerdigungen, Hochzeiten die Sache der Gemeinde am Laufen bleibt. Gemeinsam mit dem Presbyterium und der Mitarbeiterschaft.

Trotzdem ist manches, vieles nicht mehr so wie früher. Die Grundlagen der Pfarrgemeinden haben sich auch in unserer Kirche wesentlich verändert, sind momentan einem enormen Wandel unterworfen. Seriöse Vorhersagen lassen sich kaum treffen. Und jetzt ein neuer, weiterer Administrator. Klar, hier und dort wird sich mitten in diesem Strukturwandel manches ändern, ändern müssen. Etliches wird aber auch seinen vertrauten Weg gehen.

Allerdings, eines wird sich bestimmt nicht ändern – „same procedure as every year“ –, dass der Gottesdienst Mitte und Ausgangspunkt aller gemeindlicher Existenz ist. Genau in dieser Mitte, werden wir weiterhin von dem Reden, was Grundlage und Mitte jeder christlichen Gemeinschaft ist und bleibt: die Rede von Gott und seiner Botschaft in Jesus Christus.

Diese Festtafel wird jeden Sonntag in der Friedenskirche gedeckt sein, die äußeren Formen meist wohlbekannt, manchmal verändert, denn als Kirche werden wir die Flamme der Liebe Gottes am Brennen halten und nicht für eine Aufbewahrung allein der Asche sorgen.

In diesen Gottesdiensten können wir uns dann auch näher kennenlernen, voneinander hören und miteinander weiter am Reich Gottes bauen; vereint und gemeinsam.

Bis dahin liebe Grüße

Ihr neuer Administrator Harald Geschl

adlainz@gmx.at
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